Was tun gegen schnarchen

Ungefähr 44% der Männer tun es, und 28% der Frauen ebenfalls – das nächtliche Bäume fällen! Und wer selbst nicht betroffen ist, hatte zumindest schon mal einen Schnarcher oder eine Schnarcherin neben sich liegen.Doch was tun gegen schnarchen?  Dabei ist das Phänomen nicht nur eine spezielle Art der Lärmbelästigung – immerhin können Schnarcher bis zu 93 Dezibel laut werden. Wer schnarcht, gefährdet auch seine Gesundheit. Die dabei entstehenden Geräusche kommen von Vibrationen oder Schwingungen an den oberen Atemwegen. Grund dafür sind die im Schlaf erschlaffenden Muskeln an den Engstellen der Atemwege, also dort, wo die eigentliche Atmung stattfindet. Es kann sich also niemand aussuchen, ob er schnarcht oder nicht. Und schon lange ist dieses Thema kein Tabu mehr.

Schnarchen und seine Ursachen

Für das nächtliche Bäume fällen gibt es unterschiedliche Ursachen und somit auch unterschiedliche Schnarch-Typen. Wir möchten die einzelnen Schnarcher etwas genauer vorstellen und die Ursachen für ihr Leiden näher erläutern.

Die nasalen Schnarcher
Bei den nasalen Schnarchern handelt es sich um Menschen, die unter einer beeinträchtigten Nasenatmung leiden. Diese Störung ist häufig sogar im Wachzustand gegeben. Das Geräusch verläuft in diesem Fall gleichmäßig bis grunzend. Die Ursache sind Nasenwände, die aufgrund der Anatomie oder auch durch Schnupfen oder Allergien zu eng sind. Die engen Nasenwände verengen den Atemweg und das Gewebe zieht sich durch den entstehenden Unterdruck zusammen. Dadurch wird das Gewebe in Schwingungen versetzt und das Schnarchgeräusch entsteht.

Der Mundschnarcher
Einen Mundschnarcher erkennt man an seinem gleichmäßig rasselnden bis schlagenden Geräuschen im Schlaf. Dabei ist es unabhängig von der Schlafposition und allein davon abhängig, ob mit offenem Mund geatmet wird oder nicht. Mundschnarcher haben in der Regel eine Verengung des Gewebes der Atemwege in der Mundhöhle. Der Übergang von Mundhöhle zum Rachen ist so verengt, dass das weiche Gewebe im hinteren Bereich des Mundes durch die gepresste Atemluft in Schwingung versetzt wird.

Der Zungenschnarcher
Zungenschnarcher sind in der Regel klassische Rückenschläfer. Das unangenehme Geräusch erfolgt ungleichmäßig und in Schüben. Im Schlaf erschlafft die Muskulatur der Zunge, worauf hin diese nach hinten in den Rachen fällt. Dort verengt sie, oder blockiert im schlimmsten Fall, die Atemwege. Wenn der Zungenschnarcher atmet, muss die Atemluft durch eine viel zu enge Stelle, wodurch sie eher stoßartig beschleunigt wird, als gleichmäßig zu verlaufen. Die enstehenden Luftwirbel sorgen dafür, dass das umliegende Gewebe in Schwingung versetzt wird und das Schnarchgeräusch entsteht.

Apnoe
Apnoe-Schnarcher sind die gefährdetsten Schnarcher. Unabhängig von ihrer Schlafposition sind sie extrem laut, wobei oftmals längere Pausen entstehen. Bei diesen Pausen handelt es sich sozusagen um Atemaussetzer. Meistens wird in diesem Fall über den Rachen geschnarcht. Dort blockiert im Schlaf erschlafftes Gewebe die Atemwege, so dass die Atemluft die Engstellen nicht oder nur schwer passieren kann. Oftmals kommt es an dieser Stelle zu den Aussetzern bei der Atmung. Durch diese Unregelmäßigkeit oder das Aussetzen der Atmung kann es für den Schnarcher sogar lebensgefährlich werden. Weitere Informationen zu dem Thema Apnoe finden Sie hier!

Weitere Ursachen
Wenn man es ganz oberflächlich betrachtet, gibt es noch weitere Ursachen. Dazu gehören unter anderem Übergewicht, ein fortgeschrittenes Alter, Hormone, Alkoholgenuss, zu große Mandeln im Rachen, Kieferfehlstellungen und der Nikotingenuss. Ein häufiger Grund sind auch Nasenpolypen. Dabei handelt es sich um weiche, soweit ungefährliche, Wucherungen in der Nasenschleimhaut. Auch muskelentspannende Medikamente, wie zum Beispiel Schlaftabletten oder Beruhigungsmittel, können die Ursache sein. In der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren findet eine hormonelle Veränderung statt, die unter anderem auch das Gewebe der Atemwege weicher machen kann. In Bezug auf die Schwangerschaft kann auch die Gewichtszunahme dazu führen, dass man plötzlich anfängt, zum Schnarcher zu werden.

schnarchenSchnarchen verhindern

Es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten, um das nächtliche Bäumefällen zu verhindern. Da die unangenehmen Schlafgeräusche durch viele Faktoren begünstigt werden kann, kann man gegen diese Ursachen vorgehen. Dies ist wohl der einfachste Weg, bereits vor der Nachtruhe Schnarchen verhindern zu können. Durch den Verzicht auf Alkohol zum Beispiel, kann es effektiv verhindert werden. Wer Alkohol trinkt, muss damit rechnen, dass die Muskelspannung der Atemwege abnimmt und Gewebe und Wände des Atemapparates leichter außer Form geraten. Eine weitere Maßnahme, um zu verhindern, dass man schnarcht, ist ein gesunder Lebensstil. Übergewicht zum Beispiel führt dazu, dass man schnarcht. Das liegt an dem unterhalb des Unterkiefers gelegenen Fettschichten, die den Druck auf die Atemwege von außen erhöhen. Ebenfalls wichtig ist eine richtige Schlafposition. Generell sollte man auf der Seite oder dem Bauch schlafen. Das Schlafen auf dem Rücken begünstigt das Geschnarche nur unnötig. Auch kann eine falsche Haltung im Schlaf die Luft- und Atemwege abknicken oder behindern. Wichtig sind eine gute Matratze sowie ein passendes Kopfkissen. Ebenso sollte man darauf achten, dass man durch die Nase atmet. Wenn die Nase frei ist, kann man besser atmen.

Was tun gegen Schnarchen?

Ein Heilmittel gegen das Geschnarche gibt es nicht. Was wirklich hilft, ist abhängig von den Ursache. Also was tun gegen Schnarchen? Gegen Geschnarche hilft zum Beispiel eine freie Nase. Die Nasenatmung kann durch Nasensprays oder auch Nasenspreizer verbessert werden. Nasenspreizer sind kleine Kunststoffbögen, die in der Mitte mit einem Steg miteinander verbunden sind. Die Bögen werden jeweils in ein Nasenloch geschoben, die Verbindung über den Steg verhindert das Hineinrutschen in die Nase. Die Bögen erweitern und stabilisieren die Nasenwand und sorgen somit für eine freiere Nasenatmung. Um die ungesunde Mundatmung zu unterbinden, gibt es ebenfalls verschiedene Produkte. Eine Möglichkeit ist eine Verhaltenstherapie, in der man lernt, das Mundatmen durch das Nasenatmen zu ersetzen. Aber auch spezielle Mundstücke sind eine Option. Dieses ähneln in ihrem Aussehen dem Mundschutz von Sportlern. Sie sind relativ zart konstruiert und finden zwischen den Zähnen und den Lippen Platz. Das Mundstück schränkt seinen Träger kaum ein und ist relativ angenehm zu tragen. Es soll verhindern, dass man im Schlaf durch den Mund atmet. Um die richtige Schlafposition zu finden, kann man es mit einer Positionstherapie versuchen. Dabei handelt es sich nicht um eine Therapie im eigentlichen Sinne, sondern um verschiedene Produkte, die den Schlaf auf dem Bauch oder auf der Seite begünstigen sollen. Dazu gehören unter anderem Schlafrucksäcke, bestimmte Kissen oder Schlafgürtel. Mit Protrusionsschienen oder Schnarchschienen erreichen Schnarcher die Korrektur ihrer Kieferposition. Durch die Schiene wird der Unterkiefer etwas nach vorne verschoben, wodurch die Zungenmuskulatur sowie das Gewebe im Kiefer und im Rachen leicht angespannt werden. Dadurch sollen sich die Atemwege besonders im hinteren Rachenbereich weiten. Generell kann man das Gaumengewebe trainieren, um das Geschnarche zu stoppen. Hierfür gibt es spezielle Übungen und auch Trainingsgeräte.

schnarchenMittel gegen Schnarchen

Wir haben bereits darüber informiert, was gegen das Geschnarche helfen kann. Dabei konnte man sehen, dass es manchmal gewisser Hilfsmittel bedarf, um das unangenehme Geräusch zu unterbinden. Und zwar genau dann, wenn einfache Verhaltensveränderungen nichts bringen. Dazu gehören unter anderem die Protrusionsschiene, der Schlafrucksack, Schnarchpflaster für den Nasenrücken, der Schnarchring oder der Nasenspreizer. Auf dem Markt findet man mittlerweile auch Sprays, Öle und Mundspülungen, die gegen das Geschnarche verwendet werden können. Diese basieren oft auf pflanzlichen Inhaltsstoffen, die entweder direkt im Mund aufgetragen werden oder mit Wasser verdünnt gegurgelt werden müssen. Die zusätzliche, künstliche Befeuchtung des weichen Gaumens soll die geräuschverursachenden Vibrationen und Schwingungen verhindern. Die Wirksamkeit dieser Mittel konnte bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden. Aber wahr ist, dass die meist enthaltenen ätherischen Öle in diesen Produkten die Nasenatmung verbessern und die Atemwege befreien können. Ein Hausmittel gegen Geschnarche, was ähnlich funktionieren soll, ist das Inhalieren von heißem Wasser mit ätherischen Ölen. Hierfür eignen sich unter anderem Teebaumöl, Eukalyptus, Fichtennadeln oder auch Latschenkiefer. Die ätherischen Öle sollen beim Inhalieren in die tiefen Atemwege gelangen und diese weiten. Eine ähnliche Wirkung wird speziellen Tees, wie aus Brennnesseln, Salbei, Arnika oder Lindenblüten, nachgesagt.

Schnarchen stoppen

Wie wir gesehen haben, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten und Mitteln, das Geschnarche zu stoppen. Viele Produkte sind auch selbst herstellbar. So kann man zum Beispiel statt dem Schlafrucksack einen Tennisball oder ähnliches in den Pyjama einnähen. Dieser verhindert das Liegen auf dem Rücken und erleichtert somit das Atmen. Wichtig ist, dass man vor dem Schlafen gehen bereits Wege einleitet, die das Geschnarche verhindern sollen. Denn wenn man einmal schnarcht, ist es zu spät. Dann bleibt nur das Aufwecken und das ist weder für den Nebenmann noch für den Schnarcher eine schöne Angelegenheit. Und eine Lösung ist es auch nicht. Im E-Book „Schnarchen stoppen“ findet man viele weitere hilfreiche Tipps und Ratschläge zu dem Thema.

schnarchenOperationen

Wenn alles nichts hilft und anatomische und genetische Gründe für das Geschnarche bestehen, helfen oft nur noch Operationen. Diese werden besonderes bei der gefährlichen Schlafapnoe oftmals angewendet. Die Operationen sind dafür da, die bestehenden Behinderungen und Einschränkungen der Atemwege zu beseitigen und das Geschnarche somit zukünftig zu verhindern. Mittlerweile gibt es sehr schonende Operationsmethoden, die zum Teil auch ambulant durchgeführt werden.

Nasenoperationen sind für Nasenschnarcher ideal. Hierbei werden Verkrümmungen der Nasenscheidewand oder vergrößerte Nasenmuscheln gerichtet und Polypen oder andere Wucherungen in der Nase beseitigt.

Bei der Gaumenstraffung soll das Gewebe im Gaumen gestrafft oder zum Teil weg geschnitten werden, um die Atemwege zu erweitern. Die Straffung wird in der Regel mit der Radiofrequenz-Therapie, kurz RFT, oder mit dem Laser vollzogen.

Eine Zungenoperation ist dann sinnvoll, wenn der Raum hinter der Zunge vergrößert und die Atmung damit erleichtert werden sollen. Hierfür wird mit einem Laser ein Stück der hinteren Zunge entfernt.

Eine spezielle operative Methode ist die Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik, kurz UPPP. Bei diesem Eingriff wird die Gaumenmuskulatur gestrafft und das Gaumenzäpfchen gekürzt. Diese Operation ist aber nur bei leichten Schlafapnoen gängig.

Eine etwas aufwendigere und größer Operation ist die Vorverlagerung des Kiefers. Hierbei müssen die Kieferknochen durchtrennt und Ober- und Unterkiefer nach vorne verlagert werden. Diese Methode sorgt dafür, dass die Atemwege mehr Raum bekommen und die Atemluft besser durchkommt.

Nur für ganz schwere Fälle ist der Luftröhrenschnitt geeignet. Diese Methode beeinträchtigt jedoch die Lebensqualität des Patienten enorm, selbst wenn dieser im Anschluss nicht mehr schnarcht. Bei schweren Fällen von Schlafapnoe wird die Luftröhre aufgeschnitten und ein Schlauch eingeführt. Dieser bleibt im Wachzustand geschlossen, damit die Patienten normal reden und essen können. Beim Schlafen wird der Schlauch dann aber geöffnet und sorgt dafür, dass die Atemluft direkt durch den Schlauch in die Lungen gelangt.

schnarchenSchnarchen als Beziehungsproblem

Dass das nächtliche Bäumefällen nicht nur den Schnarcher selbst betrifft und stört, sondern auch den Partner erheblich beeinträchtigt, liegt wohl auf der Hand. Schnarchende Partner sorgen dafür, dass man nicht genügend Schlaf bekommt oder ständig unterbrochen wird. Und wenn der natürlich Schlafzyklus mit den tiefen Schlafphasen unterbrochen oder gestört wird, ist man tagsüber nicht erholt. Man neigt zu Reizbarkeit und gesundheitlichen Beschwerden. Chronisches Geschnarche kann zu ernsthaften Beziehungsstörungen führen, wobei nicht selten auch ein Libidoverlust oder Depressionen folgen. Getrennte Betten, das Verbannen des Schnarchers auf die Couch oder immer fester werdende Rippenstöße zum Aufwecken des schnarchenden Partners sollten weder Gewohnheit noch Normalität werden. Wenn das Geschnarche die Beziehung gefährdet oder stört, sollten beide Partner offen darüber reden und das Problem gemeinsam angehen. Es gibt viele Möglichkeiten und Wege, um das Geschnarche zu stoppen. Einige hilfreiche Tipps findet man auch im E-Book „Schnarchen stoppen“.